Historisches

Sankt Paul- vom evangelischen Verein zur Kirchengemeinde

Kirchenführer St. Paul siehe hier...

Es begann in der Reformationszeit. 1586 befahl Julius Echter, dass die Evangelischen in Heidingsfeld zur katholischen Kirche zurückkehren müssen. 1806 lebten nur noch 3 Protestanten im katholischen "Städtle". Aber der Bau der Eisenbahn brachte evangelische Arbeiter nach Heidingsfeld; andere Protestanten folgten. Im Jahre 1897 waren es 367. Diese evangelische "Urgemeinde" blieb lange Zeit in St.Stephan eingepfarrt. 1894 hatte sie einen 'Evangelischen Verein' gegründet.

Er setzte zunächst den Bau der Eichendorff-Schule durch.1910 wurden die evangelischen Heidingsfelder zur Filialgemeinde St.Stephan. Ab 1913 gab es schließlich eine eigene Kirchengemeinde.

(Abb.: Aufnahmekarte in den Evangelischen Verein von 1908)

Nach jahrelangen, anstrengenden  Verhandlungen mit dem Königlich-Bayerischen Oberkonsistorium in München (heute: 'Landeskirchenrat') wurde 1912 der Grundstein zum Kirchenbau gelegt.

 Ein Jahr später, am 6. Juli 1913, wurde St Paul geweiht. Die Kirche entstand somit in der Epoche des Späten Historismus in barocker Formensprache - im Detail mit Elementen des Jugendstils (des sog. "Prinzregenten-Barock"). Von außen dominiert der monumentale, in das zweigeschossige, traufsichtige Langhaus eingestellte Turm. Das Polygonaltarhaus mit vorgelagerter offener Säulenarkade toskanischer Ordnung leitet zum Kubus des Pfarrhauses über. Der Kircheninnenraum ist einheitlich als zweischiffige holztonnengewölbte Emporenhalle mit originaler Ausstattung erhalten (Doppelgemälde von Eulogius Böhler). (Text nach John-Christoph Baalmann M.A.)

Ein erstes Kirchenkonzert eröffnete eine lange musikalische Tradition. Der erste Pfarrer der evangelischen Gemeinde war Heinrich Bullemer.

  Fest und beweglich - über 90 Jahre

Die junge Kirchengemeinde ist nie zur Ruhe gekommen. Vielleicht ist das der Grund für den Wunsch vieler Gemeindeglieder nach Verlässlichkeit. Kurz nach ihrer Geburt erlebt die Gemeinde Sankt Paul harte Kriegsjahre, dann politische, soziale und ideologische Umbrüche. Das prägt sie bis heute. Immer wieder ist die Gemeinde gezwungen, neue Herausforderungen anzunehmen.

Zur Kirchenmusik kommen soziales Engagement wie der Kindergarten, das Wohnstift, die Altenheimseelsorge, das "soziale Netz" und die Diakoniestation. Das "Städtle" wird zur  wachsenden Vorstadt; aus Diaspora wird Ökumene.   Seit 1982 ist die Lukaskirche im Steinbachtal in die Gemeinde eingegliedert.  

Heute ist St. Paul eine volkskirchliche Gemeinde mit einem breiten Angebot. Sie versteht sich als Teil der Heidingsfelder Gesellschaft und als lebensbegleitende Partnerin ihrer Glieder. Manchmal leidet sie am mangelnden Idyll einer geschlossenen Ortsgemeinde. Aber sie wagt es, sowohl die Tradition zu pflegen, als auch Neues zu entdecken.


(Foto: Beim alljährlich stattfinden ökumenischen Bittgang zur Weinbergskapelle

  Der Seele Heimat geben

 

 

"So sind wir nun Botschafter an Christi Statt." (Paulus, 2. Kor. 5,20)


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